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09/09 :: „Blutdruck senken – Nierenfunktion erhalten“ – Nierenwoche 2009


Im Rahmen der Nierenwoche 2009 informierte ein Team unseres Zentrums an einem Informationstand in der Bad Mergentheimer Innenstadt.
Für interessierte Bürger fand weiterhin eine Telefonsprechstunde statt. Auf beide Veranstaltungen wurde in der lokalen Presse aufmerksam gemacht.


Artikel aus der lokalen Presse:

„Blutdruck senken – Nierenfunktion erhalten“
Zentrum für Nieren- und Hochdruckerkrankungen klärt auf


Einmal im Jahr veranstaltet die Deutsche Nierenstiftung die bundesweite Nierenwoche. Diese steht dann unter einem speziellen Motto. Das diesjährige Motto lautet: "Blutdruck senken – Nierenfunktion erhalten". Durch eine Vielzahl von Veranstaltungen werden wichtige Themen rund um das Organ Niere in das öffentliche Bewusstsein gerückt. Das Zentrum für Nieren- und Hochdruckerkrankungen Bad Mergentheim/Igersheim informierte an einem Informationsstand am Deutschordensplatz in Bad Mergentheim am Samstag, den 19.09. zwischen 11 Uhr und 14 Uhr. Weiterhin beantworten die Ärzte des Zentrums im Rahmen einer Telefonsprechstunde unter der vom 21. - 25.09. jeweils von 8 Uhr bis 13 Uhr Fragen aus der Bevölkerung (Telefonnummer: 07931/98890).

Die elfte bundesweite Nierenwoche stellt den Bluthochdruck und die Auswirkung auf die Nieren in den Vordergrund und widmet sich der Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen. Denn je früher ein Nierenfunktionsverlust diagnostiziert wird, desto besser kann das Fortschreiten aufgehalten oder zumindest hinausgezögert werden. Wie dringlich die Aufklärung über Präventionsmaßnahmen ist, macht die zunehmende Häufigkeit von nierenkranken und dialysepflichtigen Patienten deutlich.

Nieren und Blutdruck beeinflussen sich gegenseitig: Die meisten Nierenerkrankungen gehen mit hohem Blutdruck einher und umgekehrt haben Menschen mit Bluthochdruck (Hypertonie) ein erhöhtes Risiko, nierenkrank zu werden. Wenn eine Nierenerkrankung im Anfangsstadium vorliegt, beschleunigt hoher Blutdruck die Entwicklung einer Niereninsuffizienz – er kann also eine Nierenerkrankung auslösen und verstärken. Allein bei 50 - 90 % aller Nierenkranken liegt eine arterielle Hypertonie vor.

Die Ursachen für diese Wechselbeziehung liegen in der Steuerung des Blutdrucks und des Flüssigkeitshaushaltes durch die Hormon- und Urinproduktion der Niere; so führt eine Niereninsuffizienz unter anderem zur Flüssigkeits- und Drucküberlastung im Blutkreislauf. Dieser Zusammenhang zwischen Blutdruck und Harnausscheidung ist seit langem nachgewiesen, und so wirken bestimmte Bluthochdruckmedikamente (Diuretika) allein durch ihre entwässernde Eigenschaft blutdrucksenkend.


Hoher Blutdruck forciert die Abnahme der Nierenfunktion

Ein hoher Blutdruck belastet die feinsten Blutgefäße der Nieren, so dass diese auf Dauer oft irreparabel zerstört werden. Menschen mit Bluthochdruck, die ihre Erkrankung nicht behandeln lassen, riskieren daher – und zwar häufig, ohne es zu wissen - eine sich peu á peu entwickelnde Nierenschädigung. Dieser Zusammenhang ist in der Bevölkerung kaum bekannt, weshalb die Nierenwoche 2009 nun die Wechselbeziehung „Bluthochdruck – Niere“ als zentrale Botschaft in den Fokus der Öffentlichkeitsarbeit rückt.

Bluthochdruck ist ein nierenschädigender Faktor und folglich besonders problematisch bei Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung im Frühstadium, da er das Fortschreiten des Nierenfunktionsverlusts beschleunigt. Das Ausmaß des Bluthochdrucks ist, neben Diabetes mellitus, einer der schwerwiegendsten Faktoren für das Fortschreiten einer Nierenerkrankung – je höher der Blutdruck, desto schneller nimmt die Nierenfunktion in der Regel ab.


Blutdrucksenkung ist daher die wichtigste Therapiemaßnahme bei chronischer Nierenerkrankung

Wird eine Nierenerkrankung diagnostiziert, gilt daher die Blutdrucksenkung als erste und wichtigste Therapiemaßnahme. Liegt eine Niereninsuffizienz vor, sollte optimalerweise eine Blutdrucksenkung auf Werte unter 125/75 mmHg erfolgen. Mit modernen Medikamenten ist heutzutage eine effiziente Blutdrucksenkung möglich.

Dennoch ist der Blutdruck bei den wenigsten Patienten mit chronischer Nierenerkrankung optimal eingestellt. Einer italienischen Studie zufolge erreichen nur etwa 6 - 22 % aller Patienten die Blutdruck-Zielwerte. Bemerkenswert ist auch die Dunkelziffer beider Erkrankungen, viele Betroffenen bemerken über eine lange Zeit weder die chronische Nierenerkrankung noch die Hypertonie, weshalb die Erkrankungen unbehandelt bleiben.


Blutdrucksenkung ist auch bei Dialysepatienten obligat

Doch auch wenn es für eine Prävention der terminalen Nierenerkrankung durch eine adäquate Blutdrucksenkung zu spät ist, und der Patient bereits das Stadium der Dialysepflicht erreicht hat, bleibt die Blutdruckeinstellung eine wichtige Säule der Therapie. Da Patienten mit chronischer Nierenerkrankung ohnehin schon eine hohe Erkrankungsrate an Herz-Kreislauferkrankungen haben, die arterielle Hypertonie aber per se zu einer der größten Risikofaktoren hierfür gehört, ist eine konsequente Blutdrucksenkung obligat. Durch sie kann das Risiko an Herz- Kreislauferkrankungen zu erkranken gut reduziert werden. Auch bei nierentransplantierten Patienten wirkt eine Blutdrucksenkung gefäßschützend und stellt eine entscheidende Voraussetzung für den Erhalt einer guten Transplantatfunktion dar.

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