Veranstaltungen

03/12 :: Nierenwochen 2012 – Sag „ja“ zum Leben, sag „ja“ zur Organspende


In Deutschland warten aktuell ca. 8.000 Menschen auf eine Spenderniere.
Transplantiert werden pro Jahr aber nur ca. 3.000 Patienten.
Davon sind ca. 700 sog. „Lebendspenden“ eines Verwandten ersten Grades oder Lebenspartners. Dies ist möglich, da jeder Mensch zwei Nieren hat, wenn die Voraussetzungen stimmen aber auch gut mit einer Niere leben kann.
Patienten, die keinen Lebendspender haben, stehen auf der Warteliste und werden, bis ein passendes Organ zur Verfügung steht, einer Dialysebehandlung unterzogen.
Die große Differenz zwischen Organbedarf und Organangebot kommt dadurch zustande, dass sich die meisten Bundesbürger zu Lebzeiten nicht dafür entscheiden können, im Falle ihres Todes als Organspender zur Verfügung zu stehen und einen Organspendeausweis mit sich zu führen.

Einmal im Jahr veranstaltet die Deutsche Nierenstiftung den Weltnierentag (dieses Jahr am 8. März) sowie die bundesweiten Nierenwochen. Sie finden dieses Jahr vom 9. bis 25. März statt.
Durch eine Vielzahl von Veranstaltungen werden wichtige Themen rund um das Organ Niere in das öffentliche Bewusstsein gerückt.
Die Nierenwochen stehen unter einem speziellen Motto – das diesjährige Motto lautet: Sag „ja“ zum Leben, sag „ja“ zur Organspende.
Dieses Motto kann aktueller nicht sein, da sich kürzlich die Vertreter der Bundestagsfraktionen auf eine äußerst positive Änderung des Organspendegesetztes geeinigt haben (Siehe Kasten „Neuerungen im Transplantationsgesetz“).

Die Mitarbeiter und Ärzte des Zentrums für Nieren- und Hochdruckerkrankungen sind mit diesem Thema ihrer täglichen Arbeit immer wieder konfrontiert.
Denn hier werden Patienten mit Nierenversagen durch lebenswichtige Nierenersatztherapien behandelt. Sowohl die meist zu Hause durchgeführte Bauchfelldialyse als auch die im Zentrum durchgeführte Hämodialyse können heutzutage glücklicherweise die Nierenfunktion zum größten Teil ersetzen, die optimale Behandlungsmethode für Nierenversagen jedoch ist eindeutig die Nierentransplantation.

Die durchschnittliche Wartezeit für eine Spenderniere in der Bundesrepublik Deutschland liegt derzeit aufgrund der eher geringen Spendebereitschaft bei ca. 7 Jahren. Die Jahre des Wartens bedeuten für die Patienten häufig deutliche Einschränkungen der Lebensqualität.

Im Zentrum für Nieren- und Hochdruckerkrankungen werden die schwer nierenkranken Patienten nicht nur für eine bevorstehende Nierentransplantation vorbereitet sondern auch nach erfolgter Nierentransplantation in Kooperation mit den Transplantationszentren nachbetreut. So kann dort immer wieder die Begeisterung der transplantierten Patienten über ihr „neues Leben“ gespürt werden.

Die nach der erfolgreichen Transplantation wieder gewonnenen Freiheiten und gesundheitlichen Verbesserungen, die oft mit einer deutlich besseren Lebensqualität einhergehen, sind für die Patienten ein Segen. Eine große Dankbarkeit gegenüber dem Spender, der Familie des Spenders ist meist deutlich zu spüren.

Viele Menschen signalisieren deutlich ihre Spendebereitschaft, wenn sie auf das Thema Organspende angesprochen werden. Sie schaffen es aber dann oft doch nicht den nächsten Schritt zu tun, nämlich ihre Spendebereitschaft auf einem Organspendeausweis zu dokumentieren und diesen mit sich zu führen.

Die Ärzte des Zentrums für Nieren- und Hochdruckerkrankungen Bad Mergentheim / Igersheim, Künzelsau und Buchen haben aus diesem aktuellen Anlass wieder für die interessierte Bevölkerung ein „Nierentelefon“ eingerichtet.

Sie werden vom 12. bis 16. März jeweils von 8 Uhr bis 13 Uhr Fragen zum Thema beantworten. Gerne können in diesen Gesprächen auch persönliche Termine zur Beratung über Organspende oder zum Ausstellen von Organspendeausweisen vereinbart werden (Telefonnummer: 07931/98890).


Neuerungen im Transplantationsgesetz

In Zukunft werden alle Bürger ab 16 Jahren per Post regelmäßig gefragt werden, ob sie zur Organspende bereit sind. Man kann mit „ja“, „nein“ oder „weiß nicht“ antworten, oder den Fragebogen einfach verwerfen. Weiterhin besteht die Möglichkeit zu erklären, nur bestimmet Organe zu spenden. Es besteht kein Zwang sich zu äußern oder sich zu entscheiden.

Dieses Anschreiben soll die Menschen für das Thema Organspende sensibilisieren, sie zum Nachdenken bringen. Es besteht die Hoffnung dadurch die Spendebereitschaft zu erhöhen.

Nach Inkrafttreten des neuen Transplantationsgesetzes im Sommer sollen die privaten und gesetzlichen Krankenkassen die hier beschriebene Frageaktion durchführen.

Die Erklärung soll dann zunächst wie bisher auf einem Organspendeausweis dokumentiert und möglichst immer mitgetragen werden. Wichtig ist auch, dass Angehörige über die persönliche Entscheidung Bescheid wissen.

Wenn dies technisch möglich sein wird, kann später die Information über die Spendebereitschaft auch auf die elektronische Gesundheitskarte gespeichert werden.

Bis Ende 2013 soll die erste Informationsaktion beendet sein. Sie wird dann alle zwei Jahre wiederholt.

Fast 70 % der Deutschen sind nach Umfrageergebnissen bereit als Organspender zur Verfügung zu stehen. Aber nur weniger als 20 % haben dies bisher auf einem Organspendeausweis dokumentiert! So kommt es, dass in Deutschland so viele Erkrankte verzweifelt auf eine Niere warten müssen.

TelefoNIEREN Sie mit uns!

Thema: Sag „Ja“ zum Leben, sag „ja“ zur Organspende

Zentrum für Nieren- und Hochdruckerkrankungen
Dr. V. Wunderle, Dr. B. Ferstl, M. Zorn, Dr. C. Kipp
informiert am Nierentelefon
Montag, den 12.3. bis Freitag den 16.3.
jeweils von 8 Uhr bis 13 Uhr
Tel. 07931/98890

Organspendeausweise


können kostenlos im

Zentrum für Nieren- und Hochdruckerkrankungen
Dr. Wunderle, Dr. Ferstl, Herr Zorn, Dr. Kipp

  • Igersheim (Erlenbachtalstraße 14)
  • Künzelsau (Stettenstraße 30)
  • Buchen (Dr- Konrad-Adenauer-Straße 37)
abgeholt werden.

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